Aktuelles

Ein Bild verlässt uns

Mehr als 80 Jahre nachdem das Ölgemälde "Polnischer Ulan auf Vorposten im Winterwald" von Wojciech Kossak (1857–1942) von den Nationalsozialisten bei der Familie Petschek in Aussig, Tschechoslowakei, beschlagnahmt wurde, haben das Lindenau-Museum Altenburg und sein Träger beschlossen, es den Erben der früheren Eigentümer zurückzugeben. Sie folgen damit den Prinzipien der Washingtoner Konferenz vom Dezember 1998 sowie der Erklärung der Bundesregierung, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände zur Auffindung und Rückgabe NS-verfolgungsbegingt entzogenen Kulturgutes vom Dezember 1999.     

Das Bild hing einst im Frühstückszimmer der Villa der Familie Petschek in Aussig (heute Ústí nad Labem, Tschechien). Bei ihrer Flucht vor dem NS-Regime im September 1938 waren die Petscheks gezwungen, nahezu ihren gesamten persönlichen Besitz, darunter auch das Gemälde, dort zurückzulassen. 1939 wurde die Familie im Deutschen Reich sowie im Protektorat Böhmen und Mähren enteignet. Das Bild wurde zusammen mit weiteren Kunst- und Einrichtungsgegenständen nach Berlin gebracht und im Mai 1941 vom Versteigerungshaus Union (Inhaber: Leo Spik) „im Auftrage einer Behörde“, d. h. zugunsten des Deutschen Reichs, versteigert.

Weitere Hintergrundinformationen können in der Pressemeldung vom 29. November 2019 nachgelesen werden.

 

Nur die Paradiestür bleibt

Es kommt nicht alle Tage vor, dass ein altehrwürdiges weltbekanntes Kunstmuseum mit dem ganzen Inventar und allen Sammlungen aus dem Bestandsgebäude auszieht, um Baufreiheit für eine komplette Sanierung und Neueinrichtung zu schaffen, die 2023 abgeschlossen sein soll. Es ist ein spektakulärer Exodus von tausenden Objekten, aber auch der gesamten Büroeinrichtung der Mitarbeiter bis hin zum Kaffeelöffel. Im Lindenau-Museum Altenburg ist das in den nächsten Wochen und Monaten zu erleben. Im April 2020 beginnen die Bauleute dann im leeren Gebäude zu arbeiten. Alles, was man bewegen kann, wird in die Hand genommen. Alles? Nein, ein einziges Exponat verbleibt im Gebäude. Der mächtige Abguss der „Paradiestür“ aus dem Baptisterium in Florenz von Lorenzo Ghiberti wird verschalt und gesichert. Für Direktor Roland Krischke ist das eine tröstliche Aussicht: „Es ist schön, dass mit der Paradiestür ein exklusiver Wächter während der Bauarbeiten im Gebäude verbleibt und es freut mich besonders, dass man das durchaus auch symbolisch verstehen kann: Das Lindenau-Museum ist eines der wenigen Häuser mit direktem Zugang zum Paradies und er bleibt unsichtbar während der Bauphase erhalten.“

Kunst verpackt

In diesen Tagen kommt Lena Spaniol den Kunstwerken im Lindenau-Museum ganz nah. Als Praktikantin schaut sie sich im Rahmen des Altenburger Praxisjahres für Kunstgut- und Denkmal-Restaurierung die Kunstwerke aus den Depots des Museums ganz genau an. Die Kunstwerke werden in Vorbereitung auf den Umzug des Museums, welches ab dem nächsten Jahr grundlegend saniert wird, auf Herz und Nieren geprüft. Gemeinsam mit ihrem Mentor, dem Altenburger Restaurator Johannes Schaefer, und drei weiteren Gemälderestauratorinnen Eva Tasch und Lea Ruhnke aus Leipzig und Ramona Roth aus Berlin bereitet Lena die Kunstwerke auf deren Transport vor.

Gemäldeleihgabe an die Musikschule

Seit Juni dieses Jahres ziert ein neues Gemälde aus dem Lindenau-Museum das Zimmer der Leiterin Gabriele Herrmann in der Musikschule Landkreis Altenburger Land. „Meine Mutter“ ist der Titel des 1927 von Fritz Tröger (1894 - 1978) auf Holz gemalten Ölgemäldes. Es kam 1973 ins Lindenau-Museum. Es gehört zu einer kleinen Reihe von Bildern, die das Lindenau-Museum außerhalb des Museumsgebäudes repräsentieren.

Fritz Tröger war als Mitglied der Künstlergruppe Freie Künstlerschaft Sachsen unter anderem mit Conrad Felixmüller bekannt. 1932 wurde Fritz Tröger Mitglied der Dresdner Sezession.

Zum TAG DER OFFENEN TÜR am 8. September 2019 hat man seit langer Zeit wieder die Gelegenheit, das Gemälde in der Musikschule zu bewundern.

#humboldt4 - Plakat von Moritz Götze

Im Rahmen der gemeinsamen Ausstellungsreihe humboldt⁴ der Museen des Altenburger Landes 2019 wurden anlässlich des 250. Geburtstages von Alexander von Humboldt 100 Siebdruckplakate des Künstlers Moritz Götze vom Förderkreis "Freunde des Lindenau-Museums" in Auftrag gegeben. Neben Alexander von Humboldt und Bernhard August von Lindenau sind die vier an der Ausstellungskooperation beteiligten Museen zu sehen. Das Plakat ist an der Kasse des Lindenau-Museums zum Preis von 30,00 € erhältlich.

Studiotag zum Semsterbeginn

Herzliche Einladung an Kursteilnehmer, Freunde des Studios und Neugierige – an Kinder und Familien, Jugendliche und Ältere!
Wir packen bald die Koffer, um 2020 vor Beginn der Bauarbeiten am Museum in ein Interimsquartier zu ziehen. Noch einmal wollen wir die A(r)tmosphäre im „alten“ Studio mit Gästen genießen. Zu sehen sind Bilder und Comics aus den Sommerferienkursen. Wir stellen das neue Angebot der „Offenen Werkstätten am Donnerstag“ für Kinder bis 10 Jahre und Eltern vor. Außerdem gibt es Infos zu den aktuellen Kunstkursen, Workshops, Herbstferienkursen und die Dozenten sind für Fragen anwesend. In ausgewählten Ausstellungen werden Familienführungen angeboten und im wie am Studio gibt es Aktionen zum Mitmachen.

Einladung zum Studiotag

Gerhard Altenbourg, Die Hippukrene Aspasia, 1971, Mischtechnik auf Papier, ehemals Sammlung Wilfried und Astrid Rugo, © Stiftung Gerhard Altenbourg/VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Mythos Altenbourg

In das Gerhard Altenbourg-Kabinett im zweiten Obergeschoss kommt wieder Bewegung. Nach einer Präsentation von Werken, in denen sich Altenbourg mit seiner natürlichen Umgebung (zumeist dem Altenburger Land) auseinandergesetzt hat, zeigen wir nun unter dem Titel „Ariadne, Circe, Kalypso. Gerhard Altenbourg und die griechische Mythologie“ mehrere Druckgrafiken und eine Zeichnung mit Bezügen zu weiblichen Gestalten des antiken Griechenland. Auf solche mythologischen Figuren spielt Altenbourg in seinen Werktiteln immer wieder an.
Eine Fortführung erhält dieser Themenbereich dann ab 15. September mit der Sonderausstellung „Mit den Waffen einer Frau. Furchtlose Frauengestalten der Antike“, die bis 1. Januar 2020 im angrenzenden Galerieraum zu sehen sein wird.

Ein neues Gesicht im Museum

Vom 15. Juni bis zum 15. September 2019 wird in der Städtischen Galerie Dresden die Ausstelllung „Signal zum Aufbruch! 100 Jahre Dresdner Sezession – Gruppe 1919“ gezeigt, in die auch einige Leihgaben des Lindenau-Museums Aufnahme gefunden haben. Als wunderbare Vertretung für eine sich dadurch ergebende Lücke in der Dauerausstellung hat das Lindenau-Museum aus Dresden ebenfalls eine Leihgabe erhalten: ein Selbstbildnis Walter Jacobs von 1924 (rechts), das nun vorübergehend neben einem elf Jahre zuvor entstandenen Selbstbildnis (links) hängt und eine einmalige vergleichende Perspektive erlaubt.
Auf dem späteren Bild erblicken wir einen durch Krieg und persönliche Krisen gealterten Künstler. Die Rolle, die sich Jacob hier zuschreibt, ist aber die gleiche wie in dem 1913 entstandenen Bild: Mit kraftvollen Pinselstrichen inszeniert sich Jacob als freigeistiger Bohemien, der die Mehrheitsgesellschaft ablehnt.

Sommerferien im Studio Bildende Kunst

Das Studio Bildende Kunst bietet für die Sommerferien 2019 wieder einige mehrtägige Kurse an! Das Programm können Sie online einsehen. Auf dieser Seite erfahren Sie auch, wie Sie ihr Kind anmelden.

Erforschung der Provenienz von Kunstwerken wird fortgesetzt

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste hat nach einer zunächst einjährigen Laufzeit das Projekt zur Provenienzforschung am Lindenau-Museum nun um zwei weitere Jahre verlängert. Die Provenienzforscherin Sarah Kinzel wird demnach weiterhin den "Geschichten hinter den Bildern" im Lindenau-Museum auf der Spur sein. Mehr über bisherige Ergebnisse und neu aufgekommene Fälle erfahren Sie in ihrem aufschlussreichen Blog-Beitrag!