Gerhard Altenbourg (1926–1989)

1926 Geboren am 22. November in Rödichen-Schnepfenthal (heute Ortsteil von Waltershausen) bei Gotha als Gerhard Ströch, Sohn des Baptistenpredigers Hugo Ströch (Posen 1886–1941 Altenburg) und von Anna Friederike geb. Heller (Näherstille/Thüringen 1896–1963 Altenburg). Wächst mit zwei Brüdern und einer Schwester auf: Johannes (Hans, 1921–2005), Werner (1924–1944) und Anneliese (1928–2013).

1929 Übersiedlung der Familie nach Altenburg. Anfang der 1930er Jahre Bau des Hauses im Braugartenweg 11.

1944/45 Neunmonatiger Kriegsdienst als Panzerjäger und Infanterist, an der Front nördlich von Annapol, am Duklapass und bei Kielce (Lysa Gora). Lazarettaufenthalt. Der Bruder Werner fällt 1944 in Finnland.

1946–1948 Schriftstellerische Tätigkeit. Malunterricht bei Erich Dietz, Altenburg. Kleine Ölbilder, Zeichnungen.

1948–1950 Bis zur Exmatrikulation Studium an der Hochschule für Baukunst und bildende Kunst, Weimar, bei Hanns Hoffmann-Lederer.

1951 Erster Besuch bei Rudolf Springer in Berlin (West), zusammen mit Erich Dietz. Springer wird Altenbourgs erster Kunsthändler und vermittelt später einen Ankauf nach New York (Museum of Modern Art).

Bis 1952 In Weimar Druck der ersten 55 Lithographien durch Arno Fehringer und Horst Arloth. Materialsammlung zu Dada.

Mitte der 1950er Jahre Nimmt den Künstlernamen "Altenbourg" an.

1956 Das Lindenau-Museum Altenburg kauft als erstes Museum zwei Blätter an.

1957 Beginnt mit plastischen Arbeiten in Marmor, Gips und Metall.

1959 Erste Holzschnitte. Teilnahme an der documenta II in Kassel.

1961 Gastatelier an der Akademie der Künste in Berlin (West), das er aufgrund des Mauerbaus nicht nutzen kann.

1964 Anklage und Verurteilung wegen Übertretung der Zollgesetze der DDR zu einem halben Jahr Gefängnis, ausgesetzt auf zwei Jahre Bewährung.

1966 Burda-Preis für Graphik, München.

1967 Preis der II. Internationale der Zeichnung, Darmstadt.

1968 Will-Grohmann-Preis. Will Grohmann selbst bestimmt Altenbourg als ersten Preisträger. – Intensive Arbeit an der Neugestaltung von Garten und Haus. Metallskulpturen entstehen, später auch Schmuckstücke.

1969 Auf Initiative Dieter Brusbergs, seit Mitte der 1960er Jahre Kunsthändler Altenbourgs, erste große Gesamtschau mit etwa 200 Werken in der Galerie Brusberg, Hannover, Düsseldorf, Baden-Baden und Berlin (Haus am Waldsee). Ein erster Œuvre-Katalog erscheint.

1970 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin (West) und des Instituts für moderne Kunst, Nürnberg.

1971 Prachtausgabe des Buches "Ich-Gestein" im Propyläen-Verlag mit großen Farbtafeln, Texten von Altenbourg und Erhart Kästner, Vorzugsausgaben mit Lithographien und Holzschnitten. – Erneute Restriktionen von staatlicher Seite wegen nicht genehmigter Sendungen nach Westdeutschland. Vorübergehende Unterbrechung der Exporte.

1974 Operation aufgrund einer Netzhautablösung.

1976 Eine von Altenbourg zusammengestellte und bis ins Detail selbst gestaltete Ausstellung in Hinterglauchau wird nach kürzester Zeit geschlossen, der Direktor des Museums entlassen.

1977 Life Fellow of the International Biographical Association, Cambridge, England.

1981 Beginn des Radierwerks.

1986 Erste offizielle Ausstellungen in der DDR in Berlin, Dresden und Leipzig, auch in Bremen und Schloß Burgk (Thüringen). Altenbourgs letztes Künstlerbuch, die Kassette "Wund-Denkmal", erscheint in zwei unterschiedlichen Versionen in je 50 Exemplaren in Berlin und Leipzig.

1989 "Schnepfenthaler Suite". 100 Kaltnadelradierungen.

1989 Gestorben am 30. Dezember an den Folgen eines Autounfalls bei Meißen.