Jahresprogramm der Altenburger Museen erschienen

2023 feiern wir 175 Jahre Lindenau-Museum und 100 Jahre Museumsgeschichte im Residenzschloss Altenburg. Im Revolutionsjahr 1848 eröffnete Bernhard August von Lindenau seine Kunstschule und kurze Zeit später das Museum am Altenburger Pohlhof. 1876 zogen das Museum und die Kunstschule schließlich in den Prachtbau am Fuße des Altenburger Schlossberges.

Im Residenzschloss war die ehemals herzogliche Rüst- und Antiquitätenkammer seit 1919 öffentlich zugänglich. Erst 1923 eröffnete auch das Spielkartenmuseum, frühere Wohnräume wurden als Ausstellungsräume genutzt. Im Rahmen von Veranstaltungen, einer Ausstellung und einer Jubiläumspublikation des Lindenau-Museums wird diesem besonderen Jahr in der Geschichte der Altenburger Museen gedacht. Auch der erste Jahresempfang der Altenburger Museen im Juni ist diesem Anlass gewidmet.

Die Altenburger Museen sind ein Zusammenschluss von Lindenau-Museum und Residenzschloss Altenburg. Er wurde am 1. Oktober 2020 im Rahmen einer Kommunalen Arbeitsgemeinschaft gegründet. Die verstärkte Zusammenarbeit der beiden Museen soll den Schlossberg als touristisches Ausflugsziel von überregionaler Bedeutung weiterentwickeln.

Das gemeinsame Jahresprogramm 2023 steht hier als PDF bereit.

Im studioDIGITAL können u. a. Podcasts selbst erstellt werden, Foto: Lindenau-Museum Altenburg

studioDIGITAL eröffnet

Nach der Holzwerkstatt und der Kinderkunstwerkstatt hat am 15. Januar 2023 das studioDIGITAL offiziell seine Türen geöffnet. Damit wurde der letzte von drei geplanten Vermittlungsbereichen im Lindenau-Museum Altenburg der Öffentlichkeit übergeben, der im Rahmen des Bundesförderprogramms Lindenau21PLUS geplant wurde und vollständig mit Bundesmitteln finanziert ist. Die neuen studio-Bereiche erweitern das Bildungsangebot des Lindenau-Museums beträchtlich. Konnten bisher Menschen ab 6 Jahren unter Anleitung von künstlerisch ausgebildeten Dozentinnen und Dozenten zeichnen, malen, töpfern, drucken und fotografieren, ist es nun auch möglich, in der neuen Holzwerkstatt tätig zu werden (studioLEONARDO) und Kinder ab 2 Jahren an kreative künstlerische Techniken heranzuführen (studioBAMBINI).

Die neue Medienwerkstatt richtet sich an alle Altersgruppen und erweitert das Vermittlungsangebot des Lindenau-Museums in den digitalen Raum. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können hier in die Welt der Medien eintauchen, eigene digitale Kunstwerke erstellen und neue Perspektiven sowie künstlerische Ausdruckformen entdecken. Dabei stehen die Angebote immer auch in Beziehung zu den Inhalten des Museums und sollen Kunst und Kreativität in den Mittelpunkt rücken. Diese Kreativität zeigt sich nicht nur mit Zeichenstift und Pinsel, im Atelier oder in der Keramikwerkstatt, sondern auch in der Gestaltung digitaler Inhalte oder in der Kommentierung und Dokumentation der Museumsarbeit.

An modern ausgestatteten Arbeitsplätzen mit neuester Technik zum Testen, Experimenten und Entdecken entstehen so unter fachkundiger Anleitung kleine Medienprojekte zu verschiedenen Inhalten. Vermittelt wird das nötige Knowhow zu Themen wie Grafik, digitales Zeichnen, Fotografie,    

Bild- und Tonbearbeitung, Stop-Motion sowie zukünftig auch 3D-Druck und vieles mehr. Der neue Werkstattbereich soll dabei auch Schulen und Lehrkräfte darin unterstützen, Lernorte für Kinder und Jugendliche zu kreieren, die neue Technologien und digitale Medien selbstverständlich einbeziehen. Das Angebot zielt darauf ab, Interesse für neue Inhalte zu wecken und die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler zu fördern.


Das studioDIGITAL wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Turnusgemäßer Vorsitzwechsel bei den Altenburger Museen

Zum 1. Januar 2023 hat Landrat Uwe Melzer turnusgemäß den Vorsitz der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Altenburger Museen von André Neumann übernommen. Der Oberbürgermeister der Stadt Altenburg wird 2023 als stellvertretender Vorsitzender fungieren.

Im zwischen Landrat und Oberbürgermeister vereinbarten jährlichen Turnus hat Uwe Melzer, Landrat des Landkreises Altenburger Land, zum Jahresbeginn den Vorsitz der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Altenburger Museen übernommen. Damit löst er André Neumann., Oberbürgermeister der Stadt Altenburg, ab, der der Arbeitsgemeinschaft zwischen Lindenau-Museum und Residenzschloss Altenburg im vergangenen Jahr vorstand. Gegründet wurde die KAG am 1. Oktober 2020.

Die vergangenen zwölf Monate waren durch eine intensiver werdende Zusammenarbeit der beiden Kultureinrichtungen geprägt. Mittlerweile arbeiten die Museen verstärkt in Projektgruppen für Ausstellungen, Veranstaltungen und weitere übergeordnete Ziele. Längst gibt es gemeinsame Dienstberatungen. Vor allem in den Bereichen Sammlung, Restaurierung und Vermittlung wird die Abstimmung immer enger, eine gemeinsame Außenkommunikation gibt es bereits. Beabsichtigt ist die Zusammenführung beider Einrichtungen in einer gemeinsamen Trägerschaft wie einer Stiftung oder einem Zweckverband.

In den kommenden zwölf Monaten wird der eingeschlagene Weg der Altenburger Museen fortgeführt. Im Vordergrund stehen dabei zwei Jubiläen, feiert das Kunstmuseum im Jahr 2023 doch sein 175-jähriges und das Spielkartenmuseum sein 100-jähriges Bestehen. Nach intensiver Vorarbeit wird zudem der gemeinsame Masterplan für den Altenburger Schlossberg finalisiert, mit dem u. a. ein Szenario für von beiden Einrichtungen genutzte Depots entworfen wird, Fragen der Barrierefreiheit erörtert und Ideen für die bislang ungenutzten Gebäude des Schlossareals vorgelegt werden. Der neue Masterplan soll im Frühjahr 2023 gedruckt vorliegen und als Grundlage für alle weiteren Maßnahmen am Schlossberg dienen sowie einen Ausblick darauf geben, wie eine gemeinsame Trägerschaft für die Altenburger Museen in Zukunft gestaltet werden könnte.

Landrat Uwe Melzer, Schenkerin Petra Paulokat-Helling und Direktor Dr. Roland Krischke (v. l. n. r.), Foto: Lindenau-Museum Altenburg/Enrico Scholz

Etrusker bleiben in Altenburg: Schenkung der Sammlung Horst de Marées nach mehr als 60 Jahren Wartezeit

Seit Anfang November 2022 kann das Lindenau-Museum Altenburg einen bedeutenden Zuwachs für seine Sammlung verzeichnen: Durch eine großzügige Schenkung von Petra Paulokat-Helling, Tochter des Erben der Sammlung des Künstlers Horst de Marées, gelangen knapp 150 Exponate – vor allem archäologische Artefakte – in den Besitz des Kunstmuseums. Vorausgegangen waren umfangreiche Untersuchungen zur Herkunftsgeschichte der Sammlung.

Die Sammlungen des Lindenau-Museums bilden die Kunstgeschichte in ihrer ganzen Breite ab – von der Antike bis zur Gegenwart. Durch die Schenkung der Sammlung des thüringischen Künstlers Horst de Marées (1896-1988) wird der Bestand des Lindenau-Museums nun bedeutend erweitert. Damit gehen insgesamt 147 Artefakte aus der Zeit von 800 v. Chr. bis 40 v. Chr. sowie zwei Gemälde in den Besitz des Museums über. Vorausgegangen war eine jahrzehntelange Phase aus Verwahrung und Leihe der Stücke an das Lindenau-Museum.

Die Sammlung antiker Keramiken hat de Marées um 1930 in Italien zusammengetragen und umfasst griechische, römische und etruskische Artefakte. Nach seiner Emigration aus der DDR ließ er seine Sammlung in seinem Wohnhaus in Wasungen bei Schmalkalden zurück. Später durch die Polizei beschlagnahmt, gelangten die Stücke auf den Wunsch de Marées zur Verwahrung in das Lindenau-Museum. Seitdem wurde seine Sammlung treuhänderisch vom Lindenau-Museum betreut. Durch gute Beziehungen zum damaligen Direktor Hanns-Conon von der Gabelentz gelangten in den 1950er-Jahren noch weitere Werke des Künstlers nach Altenburg.

1988 starb Horst de Marées in Otterndorf in Niedersachsen. Sein Erbe, Fritz Paulokat, schloss daraufhin einen Leihvertrag mit dem Lindenau-Museum ab, sodass die Antikensammlung des Künstlers und zwei Gemälde im Lindenau-Museum verbleiben konnten. Die restlichen Gemälde wurden an die Staatlichen Museen Meiningen überführt.

Erst durch die Unterzeichnung des Schenkungsvertrages zwischen Petra Paulokat-Helling, der Tochter des früheren Erben, und dem Lindenau-Museum ging die Sammlung auch als Museumseigentum in den Bestand über – nach mehr als 60 Jahren. Damit wurde zugleich der Auftrag des Museums erneuert, die Exponate zu bewahren, weitere Forschungen darüber anzustellen und sie einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Landrat Uwe Melzer bedankte sich herzlich bei Frau Paulokat-Helling und äußerte seine große Freude über die Schenkung, die einmal mehr den hohen Stellenwert des Lindenau-Museums aufzeige. Museumsdirektor Dr. Roland Krischke verwies darauf, dass die Exponate in der künftigen neuen Dauerausstellung des Lindenau-Museums eine ganz besondere Rolle einnehmen werden und daher eine Schenkung von größtem Wert sei.

Eine Auswahl der Exponate, die auch künftig als Teile der „Sammlung Horst de Marées“ ausgewiesen werden, ist zurzeit im Interim des Lindenau-Museums in der Kunstgasse 1 ausgestellt.

Asta Gröting (2018), ©Angelika Platen, 2018, CC BY 4.0

Asta Gröting wird mit Gerhard Altenbourg-Preis 2023 ausgezeichnet

Bei seiner Sitzung am Samstag, dem 17. September 2022, hat das Kuratorium des Gerhard-Altenbourg-Preises, in zwei Wahlgängen die Entscheidung über die Preisträgerin des Jahres 2023 getroffen. Der wichtigste Kunstpreis Thüringens wird der 1961 in Herford geborenen Künstlerin Asta Gröting zugesprochen. Die Ausstellung des Lindenau-Museums Altenburg anlässlich der Auszeichnung wird 2023 im Prinzenpalais des Residenzschlosses realisiert. Auf die Nachricht reagierte Gröting positiv überrascht. Sie freut sich sehr darauf, im nächsten Jahr ihre Werke in Altenburg zu präsentieren.

Seit über 30 Jahren beschäftigt sich die in Berlin lebende Künstlerin damit, Dinge sichtbar zu machen, die existieren, sich aber unserer konkreten Wahrnehmung entziehen. Ausgangspunkt für die Entstehung ihrer Skulpturen, Performances, Videos und Zeichnungen sind zwischenmenschliche und gesellschaftliche Beziehungen, denen sie auf emotionaler oder konzeptueller Ebene begegnet. So reicht das Spektrum ihres Werkes von Verdauungssystemen bis zum sehr dezimierten Raum zwischen Liebenden, alles in Glas gegossen, über „A Stark of Passion“, wo sich kontinuierlich in einem kleinen Loch in der Wand zwei unterbrochene Stromleitungen immer wieder neu verbinden, über Videos bis hin zur Abformung von Fassaden. Die Spurensicherung Altberliner Fassaden wie dem Naturkundemuseum, dem Martin-Gropius-Bau oder dem Haus der Sophiengemeinde legt ein andersartiges Gesicht der eigenen Geschichte offen: Einschusslöcher, Risse, Bruchstellen, Ziegelfarbe werden im Silikonabguss in den Ausstellungsraum transferiert und dort losgelöst von ihrem Fundort wie überdimensionierte Zeichnungen präsentiert. Astra Gröting sucht Erinnerungsspuren an ungewöhnlichen Orten und ordnet sie neu. Dieser (Ver-)Wandlungsprozess kommt einer Transkription nahe, die sie in verschiedensten Materialien realisiert.