Asta Gröting (2018), ©Angelika Platen, 2018, CC BY 4.0

Asta Gröting wird mit Gerhard Altenbourg-Preis 2023 ausgezeichnet

Bei seiner Sitzung am Samstag, dem 17. September 2022, hat das Kuratorium des Gerhard-Altenbourg-Preises, in zwei Wahlgängen die Entscheidung über die Preisträgerin des Jahres 2023 getroffen. Der wichtigste Kunstpreis Thüringens wird der 1961 in Herford geborenen Künstlerin Asta Gröting zugesprochen. Die Ausstellung des Lindenau-Museums Altenburg anlässlich der Auszeichnung wird 2023 im Prinzenpalais des Residenzschlosses realisiert. Auf die Nachricht reagierte Gröting positiv überrascht. Sie freut sich sehr darauf, im nächsten Jahr ihre Werke in Altenburg zu präsentieren.

Seit über 30 Jahren beschäftigt sich die in Berlin lebende Künstlerin damit, Dinge sichtbar zu machen, die existieren, sich aber unserer konkreten Wahrnehmung entziehen. Ausgangspunkt für die Entstehung ihrer Skulpturen, Performances, Videos und Zeichnungen sind zwischenmenschliche und gesellschaftliche Beziehungen, denen sie auf emotionaler oder konzeptueller Ebene begegnet. So reicht das Spektrum ihres Werkes von Verdauungssystemen bis zum sehr dezimierten Raum zwischen Liebenden, alles in Glas gegossen, über „A Stark of Passion“, wo sich kontinuierlich in einem kleinen Loch in der Wand zwei unterbrochene Stromleitungen immer wieder neu verbinden, über Videos bis hin zur Abformung von Fassaden. Die Spurensicherung Altberliner Fassaden wie dem Naturkundemuseum, dem Martin-Gropius-Bau oder dem Haus der Sophiengemeinde legt ein andersartiges Gesicht der eigenen Geschichte offen: Einschusslöcher, Risse, Bruchstellen, Ziegelfarbe werden im Silikonabguss in den Ausstellungsraum transferiert und dort losgelöst von ihrem Fundort wie überdimensionierte Zeichnungen präsentiert. Astra Gröting sucht Erinnerungsspuren an ungewöhnlichen Orten und ordnet sie neu. Dieser (Ver-)Wandlungsprozess kommt einer Transkription nahe, die sie in verschiedensten Materialien realisiert.

studioBAMBINI im Lindenau-Museum Altenburg, Foto: Lindenau-Museum Altenburg/Nora Frohmann

studioBAMBINI eröffnet

Nach der Holzwerkstatt, dem studioLEONARDO, wurde mit dem studioBAMBINI am 19. September der zweiter neue Vermittlungsraum, der sich nun speziell an Kleinkinder richtet, eröffnet.
Mit Angeboten in den Bereichen Bewegung, bildnerisches Gestalten und darstellenden Spielformen soll durch das studioBAMBINI die frühkindliche Förderung forciert werden – der Name „Bambini“ (ital. für Kind) kommt daher nicht von ungefähr. Unter dem Motto „Kunst für Kurze“ ist hier die freie Entfaltung frühkindlicher Kreativität durch die inhaltliche Verknüpfung der verschiedenen künstlerischen Angebote das vordringliche Ziel, denn gerade in diesem Bereich ist ein großer Bedarf festzustellen. Dabei baut die Vermittlungsarbeit auf Grundlagen auf, die der Kunstschule des Lindenau-Museums durch jahrzehntelange Arbeit bestens vertraut sind: Zeichnen, Drucken, Malen und Modellieren mit vielfältigen Materialien.

Öffnungszeiten
Das studioBAMBINI am kleinen Innenhof der Kunstgasse 1 hat ab dem 4. Oktober 2022 von Montag bis Freitag geöffnet.

Montag
geöffnet von 9.30 Uhr bis 13.30 Uhr – mit Vicky Ritter
Vorschule 15 bis 16 Uhr – mit Vicky Ritter

Dienstag
geöffnet von 9.30 bis 13.30 Uhr – mit Henriette Aichinger

Mittwoch
geöffnet von 9.30 Uhr bis 13.30 Uhr – mit Vicky Ritter
und von 14.30 Uhr bis 17 Uhr – Vicky Ritter

Donnerstag
Öffnungszeiten werden finalisiert – mit Henriette Aichinger

Freitag
geöffnet von 9.30 Uhr bis 13.30 Uhr – mit Wiebke
und von 14.30 Uhr bis 17 Uhr – mit Wiebke Kowal


Das studioBAMBINI wird gefördert von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien.

Michael Morgner während der Eröffnung in der Ausstellung anlässlich seines 80. Geburtstages, Foto: Jens Paul Taubert

Ausstellung "Unter der Haut. Morgner zeichnet Rodin" im Prinzenpalais des Residenzschlosses Altenburg eröffnet

Am 14. August 2022 wurde die Ausstellung „Unter der Haut. Morgner zeichnet Rodin“ feierlich eröffnet. Bis zum 3. Oktober werden im Prinzenpalais des Residenzschlosses Altenburg nun Werke des Gerhard-Altenbourg-Preisträgers Michael Morgner (*1942) präsentiert. Die ausgestellten Zeichnungen zeigen Morgners Auseinandersetzung mit einem der bedeutendsten Bildhauer der Kunstgeschichte: Auguste Rodin (1840–1917).

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet:

Do., 18.08. bis Fr., 19.08.2022, 10–14 Uhr
Zweitägiger Ferienkurs: Mit dem Körper zeichnen – Tanz und Zeichnung. Eine Kooperation mit dem Kinder- und Jugendballett Theater Altenburg

So., 21.0.8.2022, 14–17 Uhr
Offene Familien-Werkstatt: Bauch, Beine, Hände, Füße – Experimente zur Ausstellung mit den Kunstvermittlerinnen des Lindenau-Museums
ohne Anmeldung, 5€/3€ Erwachsene/Kinder

Do., 25.08. & 15.09.2022, 18 Uhr
Rundgang durch die Ausstellung
mit Karoline Schmidt, Kuratorin der Ausstellung

Do., 08.09.2022, 18-20 Uhr
Abendkurs für Erwachsene: Lavage-Technik. Experimente mit Wasser, Farbe und Papier
inkl. einem Glas Wein, mit Anmeldung, 8€

Do., 22.09.2022, 19 Uhr
Filmvorführung: Rodin – Der Film
im Paul-Gustavus-Haus in Kooperation mit dem Förderkreis "Freunde des Lindenau-Museums" e. V.

So., 02.10.2022, 15–17 Uhr
Offene Familien-Werkstatt: Drucken mal anders – Grafische Experimente mit Monotypie
Führung mit Workshop, ohne Anmeldung, 5€/3€ Erwachsene/Kinder

So., 02.10.2022, 18 Uhr
Künstlergespräch
mit Michael Morgner in der Ausstellung

Das Begleitprogramm zur Ausstellung finden Sie als PDF auch hier.

Um den Holzschnitt „Erich dressiert seinen Vogel“ von Gerhard Altenbourg versammeln sich die Vorstandsmitglieder der Gerhard Altenborg Gesellschaft (v. l.) Dr. Roland Krischke, Mathias Mahn, Prof. Peter Schnürpel, Jutta Penndorf (Vorsitzende), Frank Rosenfeld und Dr. Thomas Wurzel. Es fehlt: André Neumann, Foto: Lindenau-Museum Altenburg

Vorstand der Gerhard Altenbourg Gesellschaft gewählt

Im Rahmen der diesjährigen Mitgliederversammlung der Gerhard Altenbourg Gesellschaft am Samstag, dem 9. Juli 2022, haben die Mitglieder den Vorstand gewählt. Dabei wurden fast alle bisherigen Vorstandsmitglieder in ihrem Amt bestätigt, aber es gibt auch einen neuen Schatzmeister.

In der prachtvollen Aula der Volkshochschule Altenburger Land am Hospitalplatz wurde während der Jahresmitgliederversammlung am vergangenen Samstag der Vorstand der Gerhard Altenbourg Gesellschaft gewählt. Nach dem Ausscheiden von Inge Grimm aus dem Vorstand (bis März 2022 wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftung Gerhard Altenbourg) wurde der Altenburger Mineraloge Mathias Mahn neu in den Vorstand gewählt. Die übrigen Vorstandsmitglieder des 2018 gegründeten Vereins wurden durch die Versammlung bestätigt. Die Ämter verteilen sich wie folgt: Den Vorsitz hat weiterhin die Kunsthistorikerin Jutta Penndorf inne, Stellvertreter qua Amt ist Dr. Roland Krischke, Vorstandvorsitzender der Stiftung Gerhard Altenbourg und Direktor der Altenburger Museen. Neuer Schatzmeister ist Mathias Mahn, Beisitzer sind Oberbürgermeister André Neumann, Bürgermeister Frank Rosenfeld, der Künstler Prof. Peter Schnürpel und der ehemalige Geschäftsführer der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen Dr. Thomas Wurzel.

Hanna Stiegeler, Foto: Mark Peckmezian, 2020

Hanna Stiegeler erhält den Bernhard-August-von-Lindenau-Förderpreis

Das Lindenau-Museum Altenburg hat am Abend des 2. Juni 2022 den mit 5.000 Euro dotierten Bernhard-August-von-Lindenau-Förderpreis an die Künstlerin Hanna Stiegeler vergeben. Die in Berlin lebende Künstlerin setze sich aus feministischer Perspektive mit Konsum, Werbung und Mode auseinander und spüre in ihren Werken und Serien psychologischen Untiefen nach, begründete die Jury, die sich aus Persönlichkeiten der Kunstszene und Kunstwissenschaft sowie Vertretern der Sponsorenschaft zusammensetzt. Besonders mit ihrer Serie "Content Creation" durchbreche Stiegeler "einen Kreislauf standardisierter Produktfotografien".

Hanna Stiegeler, geboren 1984, studierte Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und war Meisterschülerin bei Heidi Specker. Bisherige Ausstellungsprojekte führten sie u.a. in das Künstlerhaus Bethanien in Berlin, in die Gallery Anca Poterasu in Bukarest, in das GRASSI Museum für Völkerkunde in Leipzig und im vergangenen Jahr in die Halle 14 in der Leipziger Baumwollspinnerei.

Die Ausstellung mit Hanna Stiegelers Beitrag ist vom 3. Juni bis 17. Juli 2022 im Prinzenpalais des Residenzschlosses Altenburg zu sehen (Do-So sowie an Feiertagen 12-18 Uhr, Eintritt frei).