2022

15. August bis 3. Oktober 2022: Unter der Haut. Morgner zeichnet Rodin

Michael Morgner: Blatt aus dem Rodin-Zyklus, 2021, VG Bild-Kunst, Bonn 2022, Foto: Morgner-Archiv

Der aus Chemnitz stammende Gerhard-Altenbourg-Preisträger Michael Morgner (*1942) gehört zu den wichtigsten Akteuren der zeitgenössischen Kunst. Als Gründungsmitglied der Produzentengalerie Galerie Oben und der Chemnitzer Künstlergruppe Clara Mosch sowie als Mitinitiator des Kunstvereins Kunst für Chemnitz ist Morgner ein Künstler, der sich mit viel Energie der Schnittstelle zwischen Kunst und Gesellschaft widmet. Der Mensch mit allen Facetten seines Daseins, dem Scheitern und Wiederaufbäumen, dem Zerfall und dem Wiederzusammensetzen, steht im Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens.

Die erstmals präsentierten Exponate wagen nun eine Auseinandersetzung mit einem der bedeutendsten Bildhauer der Kunstgeschichte: Auguste Rodin. Für die Werkschau "Unter der Haut – Morgner zeichnet Rodin" hat Michael Morgner einen Zyklus von Zeichnungen zu dem französischen Künstler entworfen, der einen Einblick in sein aktuelles Schaffen gibt. Das Zeichnen bildet dabei das Fundament seiner künstlerischen Auseinandersetzung mit Rodin.

Der Titel der Ausstellung „Unter der Haut“ kommt nicht von ungefähr: Rainer Maria Rilke, zeitweise Sekretär Rodins, bezeichnete die Oberflächen seiner Skulpturen als „Haut, die die Spur des Lebens in sich trägt.“ In Gesten, Formeln und Zeichen durchdringt und seziert auch Morgner die äußeren Membranen des Menschen und des Menschlichen, die Gebärden, in denen es Rodin um Widerstände, Mutlosigkeit und die Trauer um Verlorenes ging.

Eröffnung: 14.08.2022, 15 Uhr, Festsaal/Residenzschloss Altenburg
Laufzeit: 15.08.-03.10.2022
Öffnungszeiten: Do-So sowie feiertags 12-18 Uhr
Eintritt: frei

Hinweis: Die Ausstellung findet im Prinzenpalais des Residenzschlosses Altenburg (Schloss 2-4 | 04600 Altenburg) statt und ist leider nicht barrierefrei zugänglich.

Ort: Prinzenpalais | Residenzschloss Altenburg

7. Juni bis 6. Juli 2022: Dialog in Vielfalt. 25 Jahre LAG Thüringen e. V.

In den Thüringer Jugendkunstschulen sind seit vielen Jahren zahlreiche Thüringer Künstlerinnen und Künstler als Dozentinnen und Dozenten tätig. Sie geben ihr Wissen und Können sowie ihre Idee des kreativen Zugangs zur Welt gern an junge Teilnehmende weiter. Vor diesem Hintergrund entstand die Idee zu einer Ausstellung. Mit der Möglichkeit, eigene Kunstwerke einem breiten Publikum zu präsentieren und diese in Dialog mit Arbeiten ihrer Schülerinnen und Schüler zu stellen, möchte die LAG einerseits den lehrenden Kunstschaffenden eine Plattform bieten. Andererseits sollen Werke ihrer Schülerinnen und Schüler in direktem Zusammenhang zu ihnen präsentiert werden. So kann die hohe Qualität der Vermittlungsarbeit und das Fördern von Talenten in den Thüringer Jungendkunstschulen einem breiten Publikum präsentiert werden.

Das Lindenau-Museum Altenburg wird vertreten von Markus Bläser (Dozent) und Friderike Liebmann (Kurs “Zeichnen, Malen und experimentelles Arbeiten”) sowie Sebastian Speckmann (Dozent) und Oskar Daniel (Workshop “Grafische Blätter in Linolschnitttechnik”).

Die Ausstellung im Thüringer Landtag kann täglich von 08:00 Uhr bis 18:00 Uhr besucht werden, der Besuch sollte jedoch am Wochenende vorher angekündigt werden. Der Eintritt ist frei.

Bild 1 & 2 von links: Sebastian Speckmann, "Pfad", 2022, Linolschnitt, 59 x 42 cm und Oskar Daniel, o. T., 2022, Linolschnitt, 51 x 30,5 cm
Bild 3 & 4 von links: Markus Bläser, "Infra", 2022, Aquarell und Tempera auf Karton, je 25 x 26,5 cm und Friderike Liebmann, Fiktive Stadtpläne, 2021, Filzstift auf Transparentpapier, 15,0 x 21,0 cm und 21,0 x 29,7 cm

Laufzeit: 07.06.-06.07.2022
Öffnungszeiten: täglich 8-18 Uhr
Ort: Thüringer Landtag, Jürgen-Fuchs-Straße 1, 99096 Erfurt
Eintritt: frei

Ort: Thüringer Landtag | Erfurt

3. Juni bis 17. Juli 2022: Ausstellung anlässlich des Bernhard-August-von-Lindenau-Förderpreises

Mit dem Bernhard-August-von-Lindenau-Förderpreis wurde eine Auszeichnung ins Leben gerufen, die alle zwei Jahre die besten jungen Kunstschaffenden der Metropolregion Mitteldeutschland prämiert. Ziel ist es, junge Kunst zu fördern und ins Gespräch zu bringen.

Im Speziellen richtet sich der Förderpreis an Absolventinnen und Absolventen der benachbarten Kunsthochschulen in Dresden, Halle und Leipzig. Die Kunsthochschulen haben mit Etienne Dietzel, Simon Elias Meier, Katina Rank, Carolin Richter, Florian Schurz und Hanna Stiegeler jeweils zwei Absolventinnen bzw. Absolventen vorgeschlagen, die ihre Werke im Rahmen einer Gruppenausstellung im Lindenau-Museum präsentieren. Aus den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern wählt eine mehrköpfige Jury, bestehend aus Persönlichkeiten der Kunstszene und der Kunstwissenschaft sowie Vertretern der Sponsoren, kurz vor Ausstellungseröffnung die Preisträgerin oder den Preisträger aus. Der Förderpreis des Lindenau-Museums ist mit 5.000 € dotiert, zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Angesichts des sanierungsbedingten Umzugs des Lindenau-Museums in das Interim „Kunstgasse 1“ steht die erste Preisvergabe unter besonderen Vorzeichen. Auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten für die Ausstellung fiel die Wahl auf das Prinzenpalais des Residenzschlosses Altenburg, welches im Sommer 2021 ertüchtigt wurde und sinnbildlich für die enge Zusammenarbeit der Altenburger Museen steht. Bereits für das vergangene Jahr angedacht, wird die Ausstellung coronabedingt nun vom 3. Juni bis 17. Juli 2022 gezeigt. Die Eröffnung findet am 2. Juni 2022 um 18 Uhr im Prinzenpalais des Residenzschlosses Altenburg statt.

Laufzeit: 03.06.-17.07.2022
Öffnungszeiten: Do-So sowie feiertags 12-18 Uhr
Eintritt: frei

Hinweis: Die Ausstellung findet im Prinzenpalais des Residenzschlosses Altenburg (Schloss 2-4 | 04600 Altenburg) statt und ist leider nicht barrierefrei zugänglich.

Ort: Prinzenpalais | Residenzschloss Altenburg

8. Mai bis 3. Juli 2022: Manege frei! Das Lindenau-Museum Altenburg zu Gast im Museum Burg Posterstein

Rudi Lesser: Zirkus III (Akrobat schön), 1926, Lindenau-Museum Altenburg

Seit der Antike kommen Menschen in einem Zirkus zusammen, um große Emotionen zu erleben. Der Zirkus, wie wir ihn heute kennen, entwickelte sich im 19. Jahrhundert. Mit seinen exotischen Tieren, Artisten, Zauberern und Clowns zieht er von Stadt zu Stadt, um dort die Zuschauerinnen und Zuschauer in seinem großen Zelt zu empfangen.

Eine Glanzzeit erlebte der Zirkus in den 1920er-Jahren. Die Traumwelt im Zirkuszelt zog die Menschen, die in ihrem Alltag nach dem Ersten Weltkrieg viele Entbehrungen erdulden mussten, magisch an. Viele Künstlerinnen und Künstler zeigten sich fasziniert von den schillernden Farben, wilden Tieren und leicht bekleideten Damen. Die scheinbar freie, nomadische Zirkuswelt stellte einen Gegenentwurf zur urbanen Gesellschaft mit ihren Sitten und Normen dar.

Das Interesse der Künstlerinnen und Künstler an dieser Scheinwelt riss auch nach dem Zweiten Weltkrieg nicht ab. Vor allem in der DDR wurden Akrobaten, Seiltänzerinnen und Clowns unter der Hand der Künstlerinnen und Künstler zu Sinnbildern mit vielfältigen Bedeutungsschichten. Aus den reichen Beständen der Grafischen Sammlung des Lindenau-Museums sind in dieser Ausstellung etwa 50 Arbeiten von u. a. Alfred Ahner, Gerhard Altenbourg, Conrad Felixmüller, Hans Grundig, Josef Hegenbarth, Harald Metzkes, Otto Mueller, Max Schwimmer und Maria Uhden zu sehen.

Ort: Burg Posterstein

13. April bis 3. Oktober 2022: Der Gaul beim Zahnarzt oder: Welche Geschichten verstecken sich hinter den Bildern?

In einem Holzrahmen findet sich ein Ölgemälde, welches den Kopf eines Gardereiter-Pferdes zeigt
Fritz von Uhde (?), Kopf eines Gardereiter-Pferdes, undatiert, Öl auf Leinwand, Lindenau-Museum Altenburg, Inv.-Nr. 1103

„Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.“ - Diese Redewendung beschreibt die Haltung, die nach dem Zweiten Weltkrieg in der Museumswelt im Hinblick auf Neuerwerbungen vorherrschte, sehr treffend. Das Angebot war beachtlich, die Preise häufig ungewöhnlich niedrig. An den manchmal fast geschenkten Kunstwerken herumzumäkeln, in dem man etwa ihre Herkunft hinterfragte, erschien unpassend. Auch das Lindenau-Museum Altenburg konnte seine Sammlung deutscher Malerei des 19. und frühen 20. Jahrhunderts in diesem Zeitraum durch zahlreiche Kauf- und Tauschgeschäfte erheblich erweitern. 

Im Interim in der Kunstgasse 1 wird von April bis Oktober 2022 eine kleine Auswahl dieser Werke präsentiert. Im Fokus stehen dabei Gemälde, die in den 1950er-Jahren über den Leipziger Kunsthandel erworben wurden. Einerseits sind sie geeignet, das Sammlungskonzept des damaligen Museumsdirektors Hanns-Conon von der Gabelentz vorzustellen. Andererseits ermöglichen sie einen Einblick in das Arbeitsfeld der Provenienzforschung. Wie ein Pferdekäufer, der versucht, die Altersangabe des Verkäufers durch einen kritischen Blick auf das Gebiss des Tieres zu verifizieren, schauen sich Provenienzforscherinnen und -forscher Werke genau an, um die Händlerangaben zu Herkunft, Zuschreibung, Erhaltungszustand usw. zu überprüfen. Zu welchen Ergebnissen sie dabei gelangen und welche neuen Fragen sich dadurch ergeben, wird bei Eröffnung der Hängung am Tag der Provenienzforschung am 13. April 2022 ebenso thematisiert wie im dazugehörigen Begleitprogramm.

Ort: Lindenau-Museum | Kunstgasse 1

22. März bis 10. Juli 2022: Ist Frieden Utopie?

Für die um 1900 geborene Generation war anhaltender Frieden eine in weiter Ferne liegende Vorstellung. Ob als Soldaten, Mütter, Waisenkinder oder Heimatvertriebene: Viele Künstlerinnen und Künstler erlebten die Schrecken der beiden Weltkriege im vergangenen Jahrhundert aus nächster Nähe mit. Für alle stellten die Kriege Katastrophen dar, die sich nie wiederholen durften. In der Kunst fanden sie ein Mittel, um Traumata und Erschütterungen zu verarbeiten. Andere verstanden ihre Erfahrungen als Auftrag, mit ihrer Arbeit gegen neue Kriege wie den Vietnamkrieg zu protestieren oder entschieden für den Frieden Partei zu ergreifen. Auch, indem sie für das unsagbare Leid der Kriegsopfer und Geflüchteten Bilder fanden.

Das Lindenau-Museum Altenburg möchte mit dieser aus aktuellem Anlass organisierten Ausstellung ein Zeichen für Frieden, Humanität und Mitmenschlichkeit setzen. Unter den ausgestellten Gemälden, Skulpturen, Zeichnungen und Druckgrafiken finden sich Arbeiten von Alfred Ahner, Otto Dix, Conrad Felixmüller, Bernhard Heisig, Käthe Kollwitz, A. R. Penck, Klaus Staeck, Werner Stötzer und Elisabeth Voigt.

Ort: Lindenau-Museum | Kunstgasse 1

18. Januar bis 3. April 2022: Kinder, Kaffee, Kohle, Kunst – Werke von Alfred Ahner in der Kunstgasse 1

Verschiedene Werke des Künstlers Alfred Ahner hängen an einer Gitterwand
Blick auf die Hängung verschiedener Werke Alfred Ahners, Foto: Lindenau-Museum Altenburg/Nora Frohmann

Der 1890 in Wintersdorf geborene Alfred Ahner wird häufig auch "Chronist Thüringens" genannt. Als zeichnender Beobachter bannte er sein persönliches Umfeld auf Papier, Pappe und Leinwand. So entstanden Porträts und Skizzen, teils während seines Kriegsdienstes als Sanitäter, aber auch Werke, die seine Zeit als Bergarbeiter im Tagebau festhalten oder Menschen im Café beim Kartenspielen zeigen. Seine Aufmerksamkeit schenkte Ahner sowohl den schönen Seiten der Landschaften seiner Heimat als auch deren Verwundungen durch den Tagebau. Mit besonderer Einfühlsamkeit widmete er sich Verletzten, Verlassenen und Wartenden. Das Interesse an der eigenen Gegenwart wird auch in Ahners Tagebüchern sichtbar, die er seit seiner Jugend führte.

Die Präsentation des Lindenau-Museums in der Kunstgasse 1 zeigt eine kleine Auswahl des Werkes Alfred Ahners aus allen Schaffensperioden des Künstlers. Zu sehen sind insgesamt 18 groß- wie kleinformatige Gemälde und Zeichnungen aus dem umfangreichen Bestand des Lindenau-Museums. Die Werke Ahners sind bis Anfang April 2022 in der Dauerausstellung in der Kunstgasse 1 zu sehen. Eine Offene Familienwerkstatt am 3. April widmet sich ebenfalls speziell dem Werk Alfred Ahners.

Ort: Lindenau-Museum Altenburg | Kunstgasse 1