Angekommen: Das Studio Bildende Kunst in der Kunstgasse 1

Eine Kunstschule in einem Kunstmuseum. Diese Idee geht auf Bernhard August von Lindenau zurück, den Sammler, Staatsmann, Astronomen und Museumsstifter, der beide Einrichtungen Anfang des Jahres 1848 eröffnete. Seit fast 175 Jahren ist nun das Lindenau-Museum nicht nur ein Ort des Kunstsehens, sondern auch der Lehre zur Kunst – eine Verbindung wie es sie in der deutschen Museumslandschaft kaum sonst irgendwo gibt. Unter dem Namen Studio Bildende Kunst wurde die Kunstschule 1971 neu gegründet und in die Gegenwart überführt. Seitdem hat das Studio mehrere Generationen von Teilnehmern geprägt und begleitet, die wiederum ihre Spuren in den Archiven und in der Einrichtung hinterlassen haben.

Als wichtiger Bestandteil des Lindenau-Museums ist somit auch das Studio in den letzten Monaten von der Gabelentzstraße zur Kunstgasse 1 ins Zentrum Altenburgs umgezogen. Auch hinter den Dozenten, Mitarbeitern und Kursteilnehmern des Studios liegen also ereignisreiche Wochen und Monate.  

Dabei mussten nicht nur die Archive der Kunstschule ihren angestammten Platz am Schlossberg verlassen, auch Materialien, Möbel, Druckmaschinen, Werkzeuge und Kleinigkeiten mussten gesichtet, sortiert, verpackt, transportiert und am neuen Ort unter neuen Bedingungen platziert, montiert und manches auch zum Laufen gebracht werden.

Da der alte Brennofen der Keramik-Werkstatt den Anforderungen der neuen Räume im Interim nicht mehr entsprochen hätte, wurde er durch einen neuen ersetzt, der seine Feuertaufe bestanden hat. Der erste Schrühbrand war bereits erfolgreich. Auch die Radierpresse und die Andruckpresse konnten in den neuen Räumen schon ausprobiert werden. Einzig die historische Kniehebelpresse konnte nicht umziehen. Sie ist mit fast 950 kg für die Kunstgasse 1 zu schwergewichtig und wird für die nächsten Jahre ihren Platz im Druckhaus zu Altenburg finden.

Nach den anstrengenden Umzugsarbeiten ist der Studiobetrieb am 2. März 2020 in der Kunstgasse 1 angelaufen. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie musste das Studio Bildende Kunst jedoch kurz nach dem Start seinen Betrieb vorläufig einstellen. Dozenten und Mitarbeiter nutzen die Zeit sowohl für die letzte Phase des Auszugs aus dem Lindenau-Museum als auch für die Planung zukünftiger Veranstaltungen. Die neuen Räume werden nun bestmöglich ausstaffiert, damit im zweiten Anlauf nach der Corona-Krise ein guter Start gelingt. Bis dahin gibt es an den Fenstern zum Innenhof und zur Kunstgasse für alle Spaziergänger eine wechselnde Schau mit Arbeiten aus dem Studioarchiv – Studio trotz(t) Corona!

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