Expedition Museum – Einblicke hinter die Kulissen der Altenburger Museen
Rund 250 Gäste folgten am 3. Juni 2026 der Einladung zum inzwischen 4. Jahresempfang der Altenburger Museen in den Festsaal des Altenburger Residenzschlosses. Der Abend stand ganz im Zeichen einer oft eher unsichtbaren, aber zentralen Aufgabe des Museums: der Forschung, die am Lindenau-Museum größtenteils dank der Bundesförderung Lindenau21PLUS realisiert werden kann.
Nach den Schwerpunkten Kunst- und Kulturvermittlung sowie Digitalisierung in den vergangenen Jahren rückte diesmal die Abteilung Sammlung in den Mittelpunkt. Unter dem Motto „Wir forschen für Euch“ gewährten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Altenburger Museen spannende Einblicke in ihre Arbeit und machten deutlich, dass Museen weit mehr als Orte des Bewahrens und Ausstellens sind. Sie sind Forschungsstätten, Bildungsorte und wichtige Partner nationaler und internationaler Netzwerke.
Begrüßt wurden die Gäste vom Oberbürgermeister der Stadt Altenburg, André Neumann, und dem Direktor der Altenburger Museen, Dr. Roland Krischke. Ein Grußwort sprach der Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Christian Tischner. Für den musikalischen Rahmen sorgte das Leipziger Trio Amore mit neu interpretierten Klassikern, während Torsten Kahle den anschließenden Empfang am Klavier begleitete.
Im Fokus des Abends standen konkrete Beispiele aus der Forschungsarbeit des 15-köpfigen Teams Sammlung. Das Publikum erhielt Einblicke darin, wie die Herkunft von Kunstwerken rekonstruiert wird und wie sich dabei menschliche Schicksale hinter den restituierten Werken erschließen. Auch Auswertungen historischer Dokumente aus dem Altenburger Staatsarchiv oder die Entschlüsselung jahrtausendealter Inschriften konnten sichtbar gemacht werden. Weitere „Blitzlichter der Forschung“ beleuchteten die Grafische Sammlung mit ihren über 60.000 Werken sowie historische Fotografien, die neue Perspektiven auf die Altenburger Stadtgeschichte eröffnen.
Nach dem Festakt luden verschiedene „Forschungsstationen“ dazu ein, die Arbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anschaulich und unterhaltsam kennenzulernen. So gab es einen ersten Einblick in die “Sammlung Digital“ mit ausgewählten italienischen Tafelbildern.
Stationen wie „Was steckt dahinter?“ oder „Aufgedeckt!“ veranschaulichten, wie wissenschaftliche Arbeit verborgene Geschichten von Kunstwerken und Gebäuden ans Licht bringen und zugänglich machen kann. Außerdem konnten Besucherinnen und Besucher Einblicke in die umfangreichen Bestände der Museumsbibliotheken gewinnen und sich durch die aktuelle Sonderausstellung des Lindenau-Museums im Prinzenpalais „Der fantastische Gerhard Altenbourg“ zum 100. Geburtstag des Altenburger Künstlers führen lassen.
Die Botschaft des Abends war klar: Forschung bildet die Grundlage für Ausstellungen, Vermittlungsangebote, Publikationen, Digitalisierung und den Erhalt unseres kulturellen Erbes. Der Jahresempfang 2026 zeigte eindrucksvoll, wie lebendig, vielfältig und gesellschaftlich relevant Museumsarbeit heute ist und dass es die Forschung braucht, um die spannenden Geschichten hinter den Objekten erzählen zu können.
Text von Marianne Lose, Provenienzforscherin am Lindenau-Museum
Im Rahmen des Jahresempfangs wurde der Film "Expedition Museum - Forschungen der Altenburger Museen" produziert, der Einblicke in die unterschiedlichsten Facetten der Forschung an den Altenburger Museen bietet:
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