Ansicht der Präsentation im Klinikum Altenburger Land, Foto: Lindenau-Museum Altenburg/Nora Frohmann

Präsentation im Klinikum Altenburger Land: Spuren in der Landschaft – Tagebaumotive aus dem Bestand des Lindenau-Museums Altenburg

Das Lindenau-Museum Altenburg gewährt mit der Präsentation „Spuren in der Landschaft“ im Klinikum Altenburger Land erneut einen Einblick in seine Sammlung: Gezeigt werden vom 15. April bis zum 30. September 2026 insgesamt 17 Reprofotografien von Malereien, Zeichnungen und Aquarellen aus dem 20. Jahrhundert. Der Titel der Ausstellung kommt dabei nicht von ungefähr: Es stehen Motive aus dem Tagebau im Mittelpunkt, der für die Entwicklung Altenburgs wie der umliegenden Region von entscheidender Bedeutung war und dessen Einfluss bis heute spürbar ist – in der Landschaft wie auch in den Biografien. Noch immer sind die Erinnerungen vieler Menschen aus der Umgebung von Schmölln oder Meuselwitz davon geprägt. Die Schau greift damit einen wichtigen Lebensabschnitt vieler in Altenburg und in der Umgebung ansässiger Menschen auf.

Welche Ausdrucksformen der Tagebau in der Kunst hat, zeigt die neue Präsentation im Klinikum Altenburger Land. Mensch und Maschine werden ebenso vorgestellt wie Industrielandschaften. Exemplarisch dafür kann das Leben und Wirken des Künstlers Alfred Ahner angeführt werden. In Meuselwitz geboren, war er selbst als Grubenarbeiter tätig und hat seine Eindrücke vom hiesigen Tagebau in zahlreichen Kunstwerken wiedergegeben. Seine Arbeiten sind damit immer auch Chronisten dieser besonderen Zeit.

Die aktuelle Präsentation ist Teil einer seit vielen Jahren bestehenden Kooperation zwischen dem Lindenau-Museum Altenburg und dem Klinikum Altenburger Land. Aufgrund umfangreicher Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten im traditionsreichen Museumsgebäude am Fuße des Altenburger Schlossbergs kann derzeit nur ein kleiner Teil der umfangreichen Sammlungen des Lindenau-Museums in der Kunstgasse 1 präsentiert werden. Mit Präsentationen wie „Spuren in der Landschaft“ besteht die Möglichkeit, auch während der Schließung des eigentlichen Museumsgebäudes Teile der Sammlung zu zeigen. Sonderausstellungen des Hauses werden währenddessen im Prinzenpalais des Residenzschlosses Altenburg realisiert.

 

Rainer Graf von Seckendorff, Marianne Lose und Dr. Benjamin Spira neben der Kopie nach Antoine Pesne mit dem Porträt von Karl Alexander von Lothringen in der Restaurierungswerkstatt des Lindenau-Museums
v. l. n. r.: Rainer Graf von Seckendorff; Marianne Lose, Provenienzforscherin; Dr. Benjamin Spira, stellvertretender Direktor der Altenburger Museen, neben der Kopie nach Antoine Pesne mit dem Porträt von Karl Alexander von Lothringen, Foto: Lindenau-Museum Altenburg/Julia Wiehenstroth

Restitution: Lindenau-Museum Altenburg gibt zwei Gemälde an rechtmäßige Besitzer zurück

Auf Grundlage eingehender wissenschaftlicher Untersuchungen gibt das Lindenau-Museum Altenburg zwei Porträtgemälde an seine rechtmäßigen Besitzer, die Familie von Seckendorff, zurück. Bei den Werken handelt es sich um eine Kopie nach Antoine Pesne mit dem Porträt von Karl Alexander von Lothringen und ein Porträt des Grafen Floris van Kuilenburg aus der Werkstatt von Michiel Janszoon van Mierevelt. Beide Gemälde gelangten im Zuge der Bodenreform zu Zeiten der Sowjetischen Besatzungszone in den Umlauf uns schließlich in den Museumsbestand.

Die aktuellen Provenienzrecherchen am Lindenau-Museum zeigen, welch zentrale Bedeutung die systematische Erforschung von Herkunft von Kunstwerken für Museen und Öffentlichkeit hat, nicht nur im Kontext der NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kunst- und Kulturgüter oder kolonialer Raubkunst, sondern auch in Bezug auf Enteignungen während der sowjetischen Besatzung und in der DDR-Zeit.
Im Fokus der nun erfolgten Untersuchungen standen unter anderem zwei Werke aus der sogenannten Julius-Brauer-Stiftung. Der Altenburger Kunsthändler Julius Brauer (1892–1969) übereignete Anfang der 1960er-Jahre seine umfangreiche Kunstsammlung dem Lindenau-Museum. Die nun durchgeführten Provenienzrecherchen ergaben, dass sich unter diesen Objekten zwei Kunstwerke befinden, die ursprünglich aus dem Besitz der Familie von Seckendorff stammen. Während des Zweiten Weltkriegs wurden diese Werke aus dem Schloss Meuselwitz ausgelagert und gelangten nach Kriegsende im Zuge der Bodenreform in Umlauf.
Dabei ist hervorzuheben, dass durch die wissenschaftliche Aufarbeitung die ursprünglichen Eigentumsverhältnisse einer Kopie nach Antoine Pesne mit dem Porträt von Karl Alexander von Lothringen und eines Porträts des niederländischen Grafen Floris van Kuilenburg aus der Werkstatt von Michiel Janszoon van Mierevelt rekonstruiert werden konnten. Am 23. April 2026 erfolgte die offizielle Restitution dieser zwei Porträts an die Familie von Seckendorff. Diese Rückgaben wurden möglich, nachdem die rechtlichen Ansprüche im Rahmen des Ausgleichsleistungsgesetzes anerkannt worden waren.
Die Forschungen wurden im Rahmen des vom Beauftragten der Bunderegierung für Kultur und Medien geförderten Projekts Lindenau21PLUS durchgeführt. Sie zeigen beispielhaft, wie wichtig nachhaltige Unterstützung für die Provenienzforschung ist. Ohne diese Förderung wäre die Aufklärung der komplexen Besitzverhältnisse nicht möglich gewesen.
Die Altenburger Museen zählen zu den wenigen Museen in Deutschland, die ihre Bestände systematisch auch im Hinblick auf SBZ- und DDR-Unrechtskontexte untersuchen. Damit übernehmen die Museen eine Vorreiterrolle und setzen ein deutliches Zeichen für Transparenz, wissenschaftliche Sorgfalt und gesellschaftliche Verantwortung.

 

Dr. Wolfgang Rothe (r.) und Museumsdirektor Dr. Roland Krischke 2023 in der Frankfurter Wohnung, Foto: Lindenau-Museum Altenburg

Nachruf: Der bedeutende Wissenschaftler, Verleger und Sammler Dr. Wolfgang Rothe ist tot

Zu den großen Persönlichkeiten der Literatur- und Kunstszene in der Bundesrepublik Deutschland nach 1945 zählt ohne Zweifel Wolfgang Rothe (1929–2026). Der gebürtige Berliner stand der Kultur nicht nur als Soziologe, Literaturwissenschaftler, Autor, Verleger und Sammler nahe, sondern auch als verlässlicher Freund vieler international bedeutender Künstlerinnen und Künstler wie Karl Otto Götz, A. R. Penck, Emil Schumacher, Günther Uecker und vielen anderen.
Als Literaturwissenschaftler hat er zahlreiche Publikationen zum Expressionismus vorgelegt, aber auch Bücher zu Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Hölderlin, Franz Kafka, James Joyce oder Ernst Toller. Auch ein 1985 erschienener Roman mit dem Titel „Der Pflastertreter“ zählt zu seinem umfangreichen Oeuvre. An der Seite seiner Frau Maria, die zunächst in Heidelberg und später in Frankfurt am Main die berühmte Galerie Rothe betrieb, wurde er auch zum Kunstkenner, Kunstschriftsteller und Sammler der Kunst des 20. Jahrhunderts zwischen Figuration und Abstraktion.

Mit dem Lindenau-Museum Altenburg trat er in seiner letzten Lebensdekade in Kontakt. Nach einem regen Briefwechsel kam es zu mehreren Besuchen in Frankfurt am Main, wo Rothe mit seiner Frau Maria (1931–2019) nicht weit vom Palmengarten entfernt wohnte. In Erinnerung bleiben die intensiven Gespräche mit dem Galeristen über seine Freundschaften, zur Kunstszene im „Westen“ und – nicht weniger stark ausgeprägt – zu seinen Kontakten in den „Osten“. Rothe überraschte mit seinem literarischen Wissen, mit Anekdoten aus seinem Alltag als Galerist und Verleger. Viele seiner Geschichten wären es wert gewesen, aufgeschrieben zu werden.
Ein anderes Zeugnis der Begegnungen zwischen ihm und dem Lindenau-Museum sind die zahlreichen mit der Schreibmaschine getippten oder handgeschriebenen Briefe, die Wolfgang Rothe mit Museumsdirektor Dr. Roland Krischke in den letzten Jahren wechselte. Darin wird der eigenwillige Esprit, der auch den Hochbetagten nicht verließ, in seiner ganzen Breite deutlich.
Am Beginn des brieflichen Austausches stand der Wunsch, die über Jahrzehnte gewachsene Sammlung an erlesener Druckgrafik und Zeichnungen mit über 3.000 Blättern an ein Museum zu übergeben sowie seine umfangreiche Bibliothek an Kunstbänden und seltenen Ausgaben der Zeit der Weimarer Republik. Dass Rothe das Lindenau-Museum dafür in die engere Auswahl zog, kann als besonderes Zeichen der Anerkennung gelesen werden. Der Gedanke reifte und führte nach weiteren Besuchen, Telefonaten und Briefwechseln im Jahr 2024 schließlich zur Schenkung. Für diesen Schritt sind die Altenburger Museen Wolfgang Rothe und seiner Frau Maria sehr dankbar.
In einem persönlichen Rückblick hob Dr. Roland Krischke hervor, dass „der Kontakt und der Austausch mit Dr. Wolfgang Rothe zu den schönsten Erlebnissen meiner Jahre als Museumsdirektor in Altenburg zählen. Mit seiner großzügigen Schenkung, die wir als „Sammlung Rothe“ aufbewahren werden, zählt er zu den wichtigsten Förderern in der Geschichte unseres Hauses.“

Am 8. April 2026 ist Wolfgang Rothe im Alter von 96 Jahren gestorben. Die Altenburger Museen werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Matthias Beckmann mit Dr. Benjamin Rux, Kunsthistoriker an den Altenburger Museen, und Dr. Roland Krischke, Direktor der Altenburger Museen, Foto: Lindenau-Museum Altenburg/Steven Ritter

Künstler Matthias Beckmann schenkt dem Lindenau-Museum Altenburg 68 Zeichnungen

Seinen Druckbleistift hat der Berliner Künstler Matthias Beckmann immer dabei: Zeichnungen aus öffentlichen Räumen und Institutionen wie Museen, Künstlerateliers, Kirchen oder Fabriken sind sein Markenzeichen. Dabei unterscheidet Beckmann nicht zwischen alltäglichen Objekten und Kunstwerken: Jedes „Ding“ wird mit dem Bleistift ohne Hierarchie erfasst.
Als er 2015 gebeten wurde, im „alten“ Lindenau-Museum zu zeichnen, brachte genau diese Herangehensweise Erstaunliches zutage: Zwischen Zeichnungen von Gemälden und Gipsabgüssen erscheinen Klapphocker im Museum, ein Musiker während einer Probe am Piano oder Kinder während eines Zeichenkurses. Damit stellen die Werke zugleich ein Zeugnis der Vergangenheit des Lindenau-Museums dar und bieten einen eindrucksvollen Blick zurück.

Matthias Beckmann wurde 1965 im nordrhein-westfälischen Arnsberg geboren. Sein Studium absolvierte er an der Kunstakademie Düsseldorf sowie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Heute lebt er in Berlin. Beckmann erhielt für sein Wirken neben zahlreichen Stipendien und Förderungen auch den Albert-Stuwe-Preis für Zeichnung 2010.
Nun hat er dem Lindenau-Museum 68 seiner „Altenburger“ Zeichnungen geschenkt.

 

Landrat Uwe Melzer und Oberbürgermeister André Neumann bei der Unterzeichnung der Verbandssatzung des Zweckverbandes Altenburger Museen, 2026, Foto: Stadtverwaltung Altenburg/Franziska Ebert

Weiterer Schritt zum Zweckverband Altenburger Museen: Oberbürgermeister und Landrat unterzeichnen Satzung des künftigen Zweckverbandes Altenburger Museen

Im Beisein der Beschäftigten der Altenburger Museen haben der Oberbürgermeister der Stadt Altenburg und diesjährige Vorsitzende der Altenburger Museen, André Neumann, sowie Landrat Uwe Melzer als stellvertretender Vorsitzender die Satzung des künftigen Zweckverbandes Altenburger Museen unterzeichnet. Damit wurde ein weiterer wichtiger Schritt hin zur Bildung des Zweckverbandes unternommen. Kreistag und Stadtrat hatten die Bildung des Zweckverbandes bereits im Vorfeld beschlossen.

Die Bildung des Zweckverbandes ist eine wesentliche Etappe für die Weiterentwicklung des Altenburger Schlossberges hin zu einem Kompetenzzentrum in der Kunst- und Kulturvermittlung sowie der Restaurierung und zu einem touristischen Ziel von überregionaler Strahlkraft. Zentral ist dabei, die Sichtbarkeit der historisch gewachsenen einzelnen Häuser zu bewahren und den im Juni 2025 vorgelegten Masterplan „Prinzen im Dornröschenschloss“ umzusetzen.

Die gesamte Pressemitteilung finden Sie hier.