Dr. Wolfgang Rothe (r.) und Museumsdirektor Dr. Roland Krischke 2023 in der Frankfurter Wohnung, Foto: Lindenau-Museum Altenburg

Nachruf: Der bedeutende Wissenschaftler, Verleger und Sammler Dr. Wolfgang Rothe ist tot

Zu den großen Persönlichkeiten der Literatur- und Kunstszene in der Bundesrepublik Deutschland nach 1945 zählt ohne Zweifel Wolfgang Rothe (1929–2026). Der gebürtige Berliner stand der Kultur nicht nur als Soziologe, Literaturwissenschaftler, Autor, Verleger und Sammler nahe, sondern auch als verlässlicher Freund vieler international bedeutender Künstlerinnen und Künstler wie Karl Otto Götz, A. R. Penck, Emil Schumacher, Günther Uecker und vielen anderen.
Als Literaturwissenschaftler hat er zahlreiche Publikationen zum Expressionismus vorgelegt, aber auch Bücher zu Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Hölderlin, Franz Kafka, James Joyce oder Ernst Toller. Auch ein 1985 erschienener Roman mit dem Titel „Der Pflastertreter“ zählt zu seinem umfangreichen Oeuvre. An der Seite seiner Frau Maria, die zunächst in Heidelberg und später in Frankfurt am Main die berühmte Galerie Rothe betrieb, wurde er auch zum Kunstkenner, Kunstschriftsteller und Sammler der Kunst des 20. Jahrhunderts zwischen Figuration und Abstraktion.

Mit dem Lindenau-Museum Altenburg trat er in seiner letzten Lebensdekade in Kontakt. Nach einem regen Briefwechsel kam es zu mehreren Besuchen in Frankfurt am Main, wo Rothe mit seiner Frau Maria (1931–2019) nicht weit vom Palmengarten entfernt wohnte. In Erinnerung bleiben die intensiven Gespräche mit dem Galeristen über seine Freundschaften, zur Kunstszene im „Westen“ und – nicht weniger stark ausgeprägt – zu seinen Kontakten in den „Osten“. Rothe überraschte mit seinem literarischen Wissen, mit Anekdoten aus seinem Alltag als Galerist und Verleger. Viele seiner Geschichten wären es wert gewesen, aufgeschrieben zu werden.
Ein anderes Zeugnis der Begegnungen zwischen ihm und dem Lindenau-Museum sind die zahlreichen mit der Schreibmaschine getippten oder handgeschriebenen Briefe, die Wolfgang Rothe mit Museumsdirektor Dr. Roland Krischke in den letzten Jahren wechselte. Darin wird der eigenwillige Esprit, der auch den Hochbetagten nicht verließ, in seiner ganzen Breite deutlich.
Am Beginn des brieflichen Austausches stand der Wunsch, die über Jahrzehnte gewachsene Sammlung an erlesener Druckgrafik und Zeichnungen mit über 3.000 Blättern an ein Museum zu übergeben sowie seine umfangreiche Bibliothek an Kunstbänden und seltenen Ausgaben der Zeit der Weimarer Republik. Dass Rothe das Lindenau-Museum dafür in die engere Auswahl zog, kann als besonderes Zeichen der Anerkennung gelesen werden. Der Gedanke reifte und führte nach weiteren Besuchen, Telefonaten und Briefwechseln im Jahr 2024 schließlich zur Schenkung. Für diesen Schritt sind die Altenburger Museen Wolfgang Rothe und seiner Frau Maria sehr dankbar.
In einem persönlichen Rückblick hob Dr. Roland Krischke hervor, dass „der Kontakt und der Austausch mit Dr. Wolfgang Rothe zu den schönsten Erlebnissen meiner Jahre als Museumsdirektor in Altenburg zählen. Mit seiner großzügigen Schenkung, die wir als „Sammlung Rothe“ aufbewahren werden, zählt er zu den wichtigsten Förderern in der Geschichte unseres Hauses.“

Am 8. April 2026 ist Wolfgang Rothe im Alter von 96 Jahren gestorben. Die Altenburger Museen werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Matthias Beckmann mit Dr. Benjamin Rux, Kunsthistoriker an den Altenburger Museen, und Dr. Roland Krischke, Direktor der Altenburger Museen, Foto: Lindenau-Museum Altenburg/Steven Ritter

Künstler Matthias Beckmann schenkt dem Lindenau-Museum Altenburg 68 Zeichnungen

Seinen Druckbleistift hat der Berliner Künstler Matthias Beckmann immer dabei: Zeichnungen aus öffentlichen Räumen und Institutionen wie Museen, Künstlerateliers, Kirchen oder Fabriken sind sein Markenzeichen. Dabei unterscheidet Beckmann nicht zwischen alltäglichen Objekten und Kunstwerken: Jedes „Ding“ wird mit dem Bleistift ohne Hierarchie erfasst.
Als er 2015 gebeten wurde, im „alten“ Lindenau-Museum zu zeichnen, brachte genau diese Herangehensweise Erstaunliches zutage: Zwischen Zeichnungen von Gemälden und Gipsabgüssen erscheinen Klapphocker im Museum, ein Musiker während einer Probe am Piano oder Kinder während eines Zeichenkurses. Damit stellen die Werke zugleich ein Zeugnis der Vergangenheit des Lindenau-Museums dar und bieten einen eindrucksvollen Blick zurück.

Matthias Beckmann wurde 1965 im nordrhein-westfälischen Arnsberg geboren. Sein Studium absolvierte er an der Kunstakademie Düsseldorf sowie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Heute lebt er in Berlin. Beckmann erhielt für sein Wirken neben zahlreichen Stipendien und Förderungen auch den Albert-Stuwe-Preis für Zeichnung 2010.
Nun hat er dem Lindenau-Museum 68 seiner „Altenburger“ Zeichnungen geschenkt.

 

Landrat Uwe Melzer und Oberbürgermeister André Neumann bei der Unterzeichnung der Verbandssatzung des Zweckverbandes Altenburger Museen, 2026, Foto: Stadtverwaltung Altenburg/Franziska Ebert

Weiterer Schritt zum Zweckverband Altenburger Museen: Oberbürgermeister und Landrat unterzeichnen Satzung des künftigen Zweckverbandes Altenburger Museen

Im Beisein der Beschäftigten der Altenburger Museen haben der Oberbürgermeister der Stadt Altenburg und diesjährige Vorsitzende der Altenburger Museen, André Neumann, sowie Landrat Uwe Melzer als stellvertretender Vorsitzender die Satzung des künftigen Zweckverbandes Altenburger Museen unterzeichnet. Damit wurde ein weiterer wichtiger Schritt hin zur Bildung des Zweckverbandes unternommen. Kreistag und Stadtrat hatten die Bildung des Zweckverbandes bereits im Vorfeld beschlossen.

Die Bildung des Zweckverbandes ist eine wesentliche Etappe für die Weiterentwicklung des Altenburger Schlossberges hin zu einem Kompetenzzentrum in der Kunst- und Kulturvermittlung sowie der Restaurierung und zu einem touristischen Ziel von überregionaler Strahlkraft. Zentral ist dabei, die Sichtbarkeit der historisch gewachsenen einzelnen Häuser zu bewahren und den im Juni 2025 vorgelegten Masterplan „Prinzen im Dornröschenschloss“ umzusetzen.

Die gesamte Pressemitteilung finden Sie hier.

 

Übergabe des Fördermittelbescheids mit Uwe Melzer, Prof. Dr. Steffen Teichert, Dr. Konrad Schmidt-Werthern und Dr. Roland Krischke (v.l.n.r.)

Fördermittelbescheid über 48 Millionen Euro von Bund und Land übergeben

Die Bundesregierung und der Freistaat Thüringen fördern die aufwendige Sanierung, Modernisierung und Erweiterung des Lindenau-Museums Altenburg zu gleichen Teilen mit insgesamt 48 Millionen Euro. Am 25. November 2025 haben Dr. Konrad Schmidt-Werthern (Leitender Beamter bei dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien) und Prof. Dr. Steffen Teichert (Staatssekretär für Wissenschaft und Kultur im Thüringer Ministerium) den Fördermittelbescheid offiziell an Uwe Melzer (Landrat des Landkreises Altenburger Land und Vorsitzender der KAG Altenburger Museen) und Dr. Roland Krischke (Direktor der Altenburger Museen) übergeben. Damit kann die Baumaßnahme in die nächste Phase übergehen.

Die gesamte Pressemitteilung finden Sie hier.

 

Dieter Appelt mit Museumsdirektor Dr. Roland Krischke bei der Preisübergabe im Atelier des Künstlers, Foto: Lindenau-Museum Altenburg/Steven Ritter

Dieter Appelt mit Gerhard-Altenbourg-Preis ausgezeichnet

Bereits am 24. August 2025 eröffnete das Lindenau-Museum Altenburg die Ausstellung anlässlich der Verleihung des Gerhard-Altenbourg-Preises an den Künstler Dieter Appelt. Aus organisatorischen Gründen war es dem Künstler zu diesem Zeitpunkt nicht möglich, persönlich zur Eröffnung und Preisverleihung nach Altenburg zu kommen. Im Rahmen eines Besuchs durch Museumsdirektor Dr. Roland Krischke konnte die offizielle Auszeichnung mit der Übergabe der Urkunde nun bei einem Besuch im Berliner Atelier Dieter Appelts nachgeholt werden. Sowohl der Künstler als auch Museumsdirektor Dr. Roland Krischke freuten sich über das gegenseitige Kennenlernen.

Zur Begründung der Preisverleihung heißt es in der Urkunde unter anderem, dass das Kuratorium des Altenbourg-Preises mit Dieter Appelt einen Künstler würdigt, „der sich seit Jahrzehnten mit Fragen unserer Existenz und dem Verhältnis des Menschen zu Natur, Mythos und Vergänglichkeit auseinandersetzt. Ausgehend von seiner Ausbildung als Musiker hat er sich zu einem herausragenden Aktionskünstler, Fotografen und Zeichner entwickelt, der seine Fertigkeiten auf immer neue und überraschende Weise miteinander verknüpft.“

Mit Dieter Appelt wurde damit der insgesamt 14. Künstler mit dem Gerhard-Altenbourg-Preis des Lindenau-Museums Altenburg für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Zuvor hatten den Preis unter anderem Künstlerinnen und Künstler wie Asta Gröting, Ruth Wolf-Rehfeldt, Michael Morgner oder Olaf Holzapfel erhalten. Der Preis gehört zu den wichtigsten Kunstpreisen im gesamten mitteldeutschen Raum.